Wort zur Woche

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres

Wochenspruch: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.“ 2. Korinther 5,10

Leitmotiv: Die letzte Verantwortung

Ja, es muss sein. Irgendwann muss die Wahrheit sich völlig durchsetzen, auch bei mir. Irgendwann müssen alle Fragen beantwortet sein. Irgendwann muss das Recht vollkommen werden. Dass keiner mehr übersehen und übergangen wird. Dass alle zu Unrecht Vergessenen in Erinnerung kommen. Dass die Gräber sich auftun. Dass die Massengräber in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit geraten und niemand wegschauen kann. Dass die namenlosen Toten mir von Angesicht zu Angesicht begegnen und ich ausnahmslos jede und  jeden als Schwester und Bruder Mensch erkennen muss. Im tiefsten Herzen berührt, bewegt, umgetrieben vom Unrecht, das ihm widerfuhr. Irgendwann muss das Vergessen, Verdrängen und Verleugnen ganz und gar zuende sein. Irgendwann muss ich auf dem Folterhügel stehen und nicht davonlaufen, bis Gott, mein Bruder Mensch, sich in den Tod geschrieen hat an meinem Nagelgalgen. Irgendwann muss ich schuldig gesprochen werden, ohne Beschwichtigung, ein für alle mal. Vor dem Richterstuhl Christi. Umschlossen von seinen blutigen Armen. Nachhause geholt. Endlich drüben, endlich daheim.

Hans-Arved Willberg

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Wort zur Woche

Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres

Wochenspruch: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“ 2. Korinther 6,2

Leitmotiv: Das kommende Gottesreich

Wenn jetzt, dann heißt das: Hier und heute und unter den gegebenen Umständen. Nicht so, wie ich es mir idealerweise vorstelle. „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“, sagte Jesus, als die Römer das Land beherrschten und die Spannung immer mehr wuchs, bis sie sich im Jüdischen Krieg entsetzlich blutig entlud, bis hin zur völlligen Zerstörung Jerusalems mitsamt dem Tempel. Die meisten verkannten ihn, auch seine engsten Freunde verstanden ihn kaum. Darum starb er am Kreuz, verurteilt aufgrund von Vorurteilen, übler Missgunst und dem Fehlurteil einer oberflächlichen, menschenverachtenden Justizmaschinerie. Das Reich Gottes war auch dann noch mitten unter uns, als es in der Stunde seines Sterbens finster wurde in der Welt wie nie zuvor und nie danach. Zeit der Gnade, Tag des Heils?

Ja, heute. Anscheinend liegt es an mir, wie ich die Zeichen deute. Alles, was mir widerfährt, fordert mich heraus, eine Antwort zu suchen, die dem Ereignis Sinn gibt. Eine Antwort der Hoffnung. So, dass gute Schritte auf meinem guten Weg darauf werden. So, dass ich heute abend sagen kann: Ich habe die Chance dieses einen Tages heute gesehen und ergriffen. Ich habe mich nicht entmutigen lassen. Ich habe ein kleines Meisterwerk der Lebenskunst daraus gemacht.

Hans-Arved Willberg

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Wort zur Woche

22. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch: „Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.“ Psalm 130,4

Leitmotiv: Schuld und Vergebung

Ist das nicht ein Widerspruch? Müsste es nicht heißen: „Bei dir ist die Vergebung, dass man sich freue?“ Klingt das nicht allzu sehr nach Bedrohung? „Pass bloß auf, dass du nichts falsch machst, sonst… Dann kannst du nur froh sein, wenn Gott ein Auge zudrückt.“

Gottesfurcht ist aber etwas anderes als Angst vor Höllenstrafen. Letztere passt zu Halloween, Erstere zum Reformationstag. Beides wird am 22. Sonntag nach Trinitatis gefeiert.

Gottesfurcht bedeutet: Gott ernst nehmen. Wer Gott nicht ernst nimmt, der ist nicht gut geschützt gegen die Angst. Ist Halloween nicht so etwas wie ein Beschwörungsfest gegen die Angst vor Tod und Teufel? Warum dieses Kokettieren mit dem Allerschrecklichsten? Ist es nicht der Versuch, sich irgendwie damit zu arrangieren, sich ein wenig zu imprägieren, zu impfen mit Horror gegen den wahren Horror,  ihm das letzte Grauen zu entziehen, indem man eine Show daraus macht?

Das Reformationsfest ist das Gegenteil: Dank- und Erinnerungsfest für die Wiederentdeckung, wie diese Angst überwunden werden kann. Das Wiederentdeckte heißt  Evangelium – frohe Botschaft, gute Nachricht. 

Gott ernst nehmen bedeutet: Neu begreifen, was stärker ist als Tod und Teufel. Das Geheimnis der Vergebung erkennen. Was in der schwärzesten aller Todes- und Teufelsnächte geschah: Als der wahre Mensch und die wahre Liebe mit Nägeln an einem bestialischen Hinrichtungsgestell aufgehängt war und einsamst verblutete. Dieses Blut ernst nehmen. Den Abendmahlskelch der Vergebung: „Für dich vergossen. Zur Vergebung deiner Sünden.“ Das ist Gottes Ja und Amen zu mir Mensch, wie ich nun einmal bin. 

Ich pfeif auf Halloween. Ich pfeif auf den Weihnachtsmann, auf Rummel und Kommerz. Auf den Überdruss der künstlichen Freude. Ich möchte still werden, um zu neu berührt zu werden vom Geheimnis der Vergebung. Weil ich weiß, dass mir nur von dorther wahre Freude kommt. 

Hans-Arved Willberg

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Wort zur Woche

21. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Römer 12,21

Leitmotiv: Mir der Realität des Bösen zurechtkommen

Die Bösen, das sind nicht die anderen. Und das Böse wird nicht überwunden, indem die vermeintlich Bösen unterdrückt werden. Der Kampf gegen den Terrorismus ist ein notwendiges Übel, aber nicht die Überwindung des Bösen. Bomben schaffen keinen Frieden. Muskelspiele bewirken keine Verständigung. Sie bewirken Angst. Und Angst ist die Kraft der Aggression.

Das Böse wird überwunden, wo unterschieden wird: Was ist wirklich böse und was ist einfach nur anders? Und wo gefragt wird: Wie kann ich dem, der Böses tut, helfen, dass er es nicht mehr tut? Denn es gibt keinen Menschen, der böse ist. Er verhält sich nur so. Und dafür gibt es Gründe. Er muss etwas falsch verstanden haben. Zum Beispiel, dass Gewalt Frieden schafft. Dass man ein Held wird, wenn man sich rächt. Dass es lustig und interessant ist, Sachen kaputt zu machen und Menschen zusammenzuschlagen. Dass man die Christen ausrotten muss, weil sie Gotteslästerer sind. Oder dass man die Muslime zu Bürgern zweiter Klasse degradieren muss, weil sie Fundamentalisten, Terroristen und genetisch defekt sind.

Die letzte Woche hat uns ermutigende Mustererfahrungen dafür beschert, wie das geht: Das Böse mit Gutem überwinden: Die Schlichtung um S21 findet statt. Endlich wird vernünftig diskutiert. Faire Verständigung statt Gewalt ist angesagt! Christian Wulff hat nochmals klar gemacht, dass der Islam zu Deutschland gehört. Und dass die Christen zur Türkei gehören. Danke!  Das darf Kreise ziehen. Hoffen wir, dass es so weiter geht.

Hans-Arved Willberg

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Wort zur Woche

20. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Micha 6,8

Leitmotiv: Die Ordnungen Gottes

Alles klar? Ordne dich ein. Passe dich ein, passe dich an. Geh nicht deinen eigenen Weg. „Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte“ (Siebald). In der Tat, das ist uns gesagt: Gottes Wort halten.

Aber das ist merkwürdig ausgedrückt. Wann hält denn einer Wort? Wenn er zu seinem eigenen Wort steht. Wenn er hält, was er versprochen hat. Sagen wir zueinander: „Ich halte dein Wort“? Ich halte dein Versprechen? Du hast zugesagt, treu zu sein, und ich verwirkliche es an deiner Stelle?

Ja, wenn wir Liebe üben und demütig sind. Wenn du an meiner Liebe fest hältst, weil du nicht bereit bist, den Glauben an sie aufzugeben. Wenn ich mich von dir demütigen lasse und dich trotzdem weiter liebe. Indem ich dich nicht loslasse. Indem ich dich auf deine Verantwortung verpflichte.

Ist es nicht das, was Liu Xiaobo tut? Und alle, die gewaltfrei Unrecht widerstehen? Sie sind nicht bereit, sich in das lebensfeindliche System zu fügen. Sie halten das Wort der Obrigkeit, die es bricht. Welcher Tyrann brüstet sich nicht damit, ein wahrer Wohltäter der Menschheit zu sein? Sie sind es. Sie üben Liebe. Welcher Tyrann behauptet nicht, der erste Diener seines Volkes zu sein? Sie sind es. Sie sind demütig. Demut ist Dienstwilligkeit.

Und Gott? Ist er denn ein Tyrann? Manchmal kann man es denken. Was soll die Frau von ihm halten, die eine grausam schwere Kindheit hatte,  ein hartnäckiges psychisches Leiden, körperliche Dauerprobleme, einen kaum je verständnisvollen, depressiven Mann, und die ihrem Gott  immer und immer wieder neu – unglaublich tapfer – das Vertrauen aussprach? Stets höchst sorgsam bedacht, seinen Willen zu tun? Ängstlich fragend, ob sie sein Wort auch wirklich hält? Sie hat sich so sehr ein Kind gewünscht. Und wird erhört! Und dann kommt die tödliche Diagnose. Ausschabung.

Und jetzt? Gottes Wort halten. Trotzdem, nach tausend schweren Enttäuschungen. Und nun auch noch nach dieser, die noch schwerer ist. „Darf ich dich daran erinnern, mein lieber himmlischer Vater, dass du der liebe himmlische Vater bist und kein grausamer Tyrann? Beweise deine Liebe. Tröste mich endlich. Ich bin nicht bereit, an einen anderen zu glauben.“

Hans-Arved Willberg

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Wort zur Woche

19. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch: „Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ Jer 17,14

Leitmotiv: Ganzheitliche Heilung an Leib und Seele

Was ist krank? Was ist heil und gesund? Die Antwort hängt vom Menschenbild ab. Wäre ich der festen Überzeugung, der gesunde Mensch sei ein Vierfüßler, dann müsste ich alle aufrechten menschlichen Zweibeiner für krank halten. Und würde ihnen, wäre ich Arzt, Rückgratverkrümmungen verordnen.

Was ist ein krankes Volk? Was ein gesundes? Die Antwort hängt vom Menschenbild ab. Das chinesische Politbüro scheint der festen Überzeugung zu sein, das gesunde Volk sei ein braver Esel, der nur I-a sagt. Der keine eigene Meinung hat. Allzu viele Deutsche meinen offenbar, genau wie allzu viele Niederländer, Volksgesundheit sei Rassenhygiene. Das hatten wir schon mal. Was soll eigentlich schlimm daran sein, wenn die Zahl der „rein deutschen“ Deutschen kleiner und die Zahl der ehemaligen Ausländer, die bei uns heimisch geworden sind, immer größer wird? Haben wir unseren Lebensraum gepachtet? Kultur- und Genvermischungen gab es schon immer. Das hat der Menschheit nicht geschadet. Warum sollten die Deutschen des 22. Jahrhunderts nicht insgesamt, sozusagen aus der Vogelsperspektive betrachtet, etwas mehr wie die Türken heute aussehen? Und die Türken etwas mehr wie die Deutschen gestern? Und sich alle miteinander vielleicht mehr als  verantwortliche Europäer fühlen denn als Verfechter nationaler Eigeninteressen? Und alle miteinander als Wahrer und Förderer der Menschenrechte?

Integration heißt nicht, dass die anderen auch da sein dürfen, wenn sie sich uns anpassen. Integration heißt, dass ein echtes, friedliches, kreatives, menschenfreundliches Miteinander entsteht. Integration ist, wenn der Bundespräsident aller Deutschen den Millionen muslimischen Deutschen endlich einmal sagt: Natürlich gehört der Islam auch zu Deutschland. Weil ihr zu Deutschland gehört. Genau wie Mesud Özil zu Deutschland gehört. Integration ist, wenn sich der Deutschtürke Cem Özdemir, der sich ironisch als „Inländer“ bezeichnet,  vor die Bürger stellt, um ihre Interessen gegen eine Landesregierung zu vertreten,  von der sie nicht ernst genommen werden.

Heil ist ein Organismus, wenn seine Glieder miteinander und füreinander kooperieren. Gesund wird unser Volk, wenn die beschworenen jüdisch-christlichen Grundwerte auch gelebt werden. Wenn die Menschenrechte ernst genommen werden. Wenn Respekt das Miteinander prägt. Wenn der Geist der Freiheit herrscht. Wenn man sich bei uns wohl fühlen kann, weil man sich ehrlich akzeptiert weiß, egal, woher man kommt und welcher Religion man zugehört. Nicht nur, wenn man wunderbare Tore schießen kann.

Hans-Arved Willberg

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Wort zur Woche

18. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch: „Das Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.“ 1.Joh.4,21

Leitmotiv: Die Liebe als das höchste Gebot

„Mit der Bergpredigt kann man nicht die Welt regieren.“ Bismarck soll das gesagt haben. Ein oft zitierter Satz. Warum wird er so gern geglaubt? Weil Regieren mit Unrecht gleichgesetzt wird? In der Tat: Mit der Bergpredigt lässt sich Macht nicht missbrauchen. Mit der Bergpredigt lässt sich Recht nicht verdrehen. Mit der Bergpredigt lässt sich keine Rechthaberei begründen. Und kein Vortäuschen von Fakten, die nicht stimmen. Und kein Durchsetzen von Vorhaben gegen die eigenen friedlichen Bürger mit brachialer Gewalt.

Nein, Kanzler Bismarck. Nein, Ministerpräsident Mappus. Ohne die Bergpredigt kann man die Welt nur durch Unrecht regieren. Und ohne die Bergpredigt regiert man sogar eine Demokratie kaputt. Indem sich so verhält, als gäbe es sie nicht. Um einfach seine Beschlüsse durchzusetzen, gleich, ob sie sinnvoll sind oder nicht. Etwas weiter nordöstlich war das bis vor 20 Jahren gang und gäbe. Und auch jenes Staatsgebilde nannte sich „Demokratie“. Und war stolz darauf. Und meinte, die einzig wahre zu sein. Und verteufelte das aufmüpfige Volk. Bis es Hunderttausende wurden, die demonstrierten.

Wir sind das Volk. Wir haben das Recht, dass in aller Ruhe parlamentarische Beschlüsse noch einmal in aller Gründlichkeit durchdacht werden, wenn sehr zweifelhaft geworden ist, ob ihre Umsetzung noch sinnvoll ist. Und wenn wir, querbeet durch alle Gesinnungs- und Altersschichten, das zu Hunderttausenden einfordern, dann haben unsere gewählten Volksvertreter die Pflicht, das ernst zu nehmen, statt mit Gewalt zu reagieren.

Die Bergpredigt ist das universelle Grundmanifest der Deeskalation. Den Kernsatz der Bergpredigt teilen verantwortungsbewusste Menschen aller Kulturen und Religionen. Er ist das höchste Gebot der Mitmenschlichkeit – das Liebesgebot, nicht mehr und nicht weniger: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihnen auch!“ Darin hängt die Bergpredigt wie die Tür in der Angel. Das ist gute Politik. Ihr wollt gern als Demokraten ernst genommen werden, ihr Volksvertreter. Dann nehmt auch uns ernst. Wir sind das Volk.

Gott lieben: Höchste Werte achten und wahren. Freiheit. Die Unantastbarkeit der Menschenwürde.  Achtung vor der Mündigkeit des Bürgers, Schutz des Schwächeren. Das „C“ steht für „christlich“. Und für das Christliche steht die Bergpredigt. „Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.“Auch wenn es schwer fällt. Gewiss ist Liebe ein großes Wort. Wechselt es in kleine Münze. Bemüht euch um Bergpredigtpolitik. Oder streicht das „C“. Oder tretet zurück.

Hans-Arved Willberg

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Wort zur Woche

17. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspruch: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ 1.Joh. 5,4

Leitmotiv: Glaube, der nicht aufgibt und zum Ziel kommt.

Die Welt hat er überwunden. Nicht die Hindernisse, die meiner Selbstsucht im Weg sind. Die Überwindung ist Vergangenheit, schon geschehen also. Unser Glaube lebt in neuen Verhältnissen. In Gottes neuer Welt. Sie ist mitten unter uns. Gottes Reich. Gottes Bereich. Gottes Reichtum. Die Reichweite der Liebe Gottes.

Unser Glaube wagt die kleine Tat des Widerstandes gegen den Ungeist, der die Welt beherrscht. Den Ungeist des Unrechts. Der Unbarmherzigkeit. Der Unmenschlichkeit.

Was dient? Was hilft? Was bringt mehr Menschlichkeit ins Leben? Was erleichtert? Was ermutigt? Was lässt aufatmen? Zurückkommen zur Menschlichkeit. Vorankommen in die neue Welt. Leben, was vorgegeben ist durch die Liebe. Sehen, lernen, was Liebe ist.  Verstehen, wie Gott wirklich ist.

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nach dem tod

engelsstoß
holt mich heraus
sanft

träumend
entweiche ich
der nacht

resurrexit

dein morgen
zieht mich
ins leben

schritt
hinein
im dunkel
noch

jubelsang
sanfter
segen
deiner
amsel

hoffnungsvogel
du
singst
so schön
wenn es noch nacht ist

resurrexit

mund voll lachens
zunge voll rühmens

wir sind
wie
träumende

Copyright H.A. Willberg

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verließ

wenn du

verstört

verwirrt

verletzt

in scham

und angst

geschlagen

eingefallen

sehr

weit hinten

sehr

weit unten

tief im dunkel

hockst

eingezwängt

zitternd

und

wenn dich

von sehr

weit oben

herab

speichelschleim

natürlich ohne

bösen willen

aus gafferfratze

trifft

ins schwarze

dein angesicht

dann

klagst du

vielleicht

dein leid

keinem

mehr

hol dir doch hilfe

sprich dich aus

bleib nicht allein

hallt dann

als blanker

hohn

kalt

von der toten

schwarzen

mauer

geschwätz

aus geisterfratzen

denn

du weißt

da ist

kein Mensch

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